Multilingual

Kürzlich sprach ich in einem kurzen Beitrag zum Thema Korrekturen die Empfehlung aus, Blogbeiträge in einen Textverarbeitungsprogramm vorzuschreiben, um sie so ausreichend ausreifen zu lassen, bevor sie endgültig ins Netz gestellt werden. Zum einen sei nun an dieser Stelle festgehalten, daß dieser Rat als durchaus halbherzig gemeint verstanden werden muß. Denn auch diesen Beitrag tippe ich unvorsichtigerweise gerade wieder einmal direkt in die Eingabemaske. Zum anderen hat SuMuze natürlich recht, wenn sie in ihrem Kommentar darauf hinweist, daß das so einfach auch wieder nicht ist.

Formatierungen aus einem Textverarbeitungsprogramm zu übernehmen, also Schriftarten, Schriftgrößen, Zeilenumbrüche und dergleichen, ist problematisch und erfordert im besten Fall guten Willen und eine Menge Geduld beim Herumprobieren. Ohne Nacharbeit geht es so gut wie nie ab, selbst bei ganz einfachen Texten nicht.

Denn Word ist Word – oder irgendein anderes Textverarbeitungsprogramm. Und ein Blog ist ein Blog ist ein Blog, also in der Regel mit HTML erstellt. Dazu kommt die Blogsoftware, die auch noch das eine oder andere Problemchen aufwerfen kann.  Word und Blog aber, diese beiden, sprechen schlicht und einfach nicht dieselbe Sprache. Grundsätzlich nicht. Selbiges gilt natürlich für Exceltabellen und alle möglichen anderen Erzeugnisse diverser Programme. Das alles muß so gut wie immer erst passend gemacht werden.

Beim Einfügen von Tabellen und Diagrammen, was ja in SuMuzes Kommentar explizit angesprochen wurde, empfiehlt es sich übrigens, gleich mit Grafiken zu arbeiten. So wie The Exit es seit jeher mit seinen Datensätzen, Fieberkurven und anderen abstakten Gebilden zu tun pflegt. Und in ein Textverarbeitungsprogramm passen die eigentlich auch ganz gut. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Vorschreiben ist also lediglich inhaltlich empfehlenswert und gerade bei längeren Texten ganz bestimmt angebracht. (Ich werde das sicher auch noch lernen, irgendwann.) Im Übrigen hat es den Vorteil, daß so quasi mit einem Klick eine Archivierung entsteht. Technisch ist damit allerdings tatsächlich nicht wirklich etwas gewonnen.

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5 Kommentare zu „Multilingual“

  1. SuMuze sagt:

    “Beim Einfügen von Tabellen und Diagrammen … empfiehlt es sich übrigens, gleich mit Grafiken zu arbeiten.”

    Das ist leicht gesagt. Ich weiß nur nicht wie. Soll ich die Druckausgabe der Textverarbeitung als .jpg-File speichern und dann importieren? Und immer, wenn auch nur eine Zelle sich ändert, den ganzen Kladderadatsch von vorne beginnen?

    Nein, das ist mir zu mühsam. Ich tippe also brav HTML-Code (die table-, colgroup-, col-, th-, tr- und td- Tags)ein und habe dann eine im Browser zwar schöne, aber fürs Editieren sehr häßliche Tabelle.

    Offen gesagt, ein erbärmliches Armutszeugnis für die Trennung von content und layout, die HTML, CSS und Konsorten einem einstmals (ante amiga?) versprachen!

  2. Susanne Englmayer sagt:

    Ich fürchte, verstehe nicht ganz. Wenn sich etwas ändert, muß gebastelt werden. Bislang ist das nun mal so. Ob ich dann eine neue, korrigierte Grafik erstelle oder in Tabellen und Zellen herumfuhrwerke, ist doch eigentlich egal. Ich denke, da sollte jeder das wählen, was er oder sie besser beherrscht. Textver- oder Bildbearbeitung. Und vielleicht noch ein wenig auf die Optik achten, das Gesamtdesign des Blogs.

    Einbinden würde ich Grafiken jedoch jeweils separat. Word ins Blog importieren funktioniert bekanntlich ja eher mäßig. Oder hab ich da jetzt was völlig falsch verstanden?

  3. SuMuze sagt:

    Ich denke, es kommt auf den Umfang der Änderung an der Tabelle an.

    So wie du es vorschlägst, ist es sicherlich immer sinnvoll. Vor alle, wenn der Vorgang der Neuausgabe der Grafik schnell geht. Bei mir dauert das leider immer, weil ich es selten mache und dann immer erst nachschauen muß, wie es geht. Habe ich aber direkt HTML-Code, und ändere nur z.B. einen Zelleninhalt, ist das einfacher.

    Jemand hat mir einmal was von ‘dynamischer Einbindung’ oder von ‘Objekteinbindung’ erzählt und behauptet, das liefe darauf hinaus, daß ich nur an einem Ort (etwa mit der Tabellenkalkulation) etwas ändere, die Änderung aber an allen Orten, an den die Tabelle eingebunden (dynamisch oder wie immer das heißt) ist, damit sichtbar wird. Das wäre schön! Aber ich fürchte, daß es weder so ist, noch weiß ich, wie ich das Einbinden bewerkstelligen soll.

  4. Susanne Englmayer sagt:

    Auch wenn ich noch nie konkret davon gehört habe, bin ich ziemlich sicher, daß es solche Systeme gibt, wie Du sie beschreibst. Ich denke aber, daß sie für ganz andere Bereiche gedacht sind, Firmen vielleicht oder Dinge, an denen mehrere Menschen parallel arbeiten. Ob sich das wirklich für ein kleines Individualblog lohnt?

    Außerdem bin ich bei fast allen Automatismen grundsätzlich skeptisch. Da halte ich mir doch meine Technik, wenn es schon nicht ohne diese geht, lieber so klein und übersichtlich und selbstgemacht, wie nur irgend möglich.

  5. Worte an sich» Blogarchiv » Textverarbeitungsbarrieren sagt:

    […] zum vorherigen Thema: Wer Wert darauf legt, daß Blogs barrierefrei sind und bleiben, sollte wohl besser darauf achten, […]

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