Was ist denn nun Blogoscoop? Und wofür eigentlich?

Knapp gesagt zweierlei: eine Blogsammelstelle und ein Counter mit einem Haufen Vernetzungsmöglichkeiten. Und wozu das? Gibt es davon nicht schon genug?

Counter

Counter gibt es tatsächlich jede Menge, viele davon sind kostenfrei. Immer muß ein sogenannter „Codeschnipsel” in die Seite eingebaut werden, ein Stückchen HTML-Code, das die Zählung erst ermöglich. Meistens ist mit dem Einbau ein kleines, mitunter animiertes Logo verbunden, manchmal auch Werbung. Die wenigsten Zähler lassen sich unsichbar einfügen.

Anschließend wird eine Webstatistik aktiviert, mit deren Hilfe man die Besuche und Besucher der Website analysieren kann. Dabei werden diverse Informationen zusammengetragen. Üblich sind Zugriffszahlen, Verweildauer, Referrer, Klickpfade, Suchbegriffe, usw. Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee, über die Leserschaft ein klein wenig informiert zu sein. Selbst wenn man persönlich an konkreten Zugriffszahlen nicht sonderlich interessiert sein sollte. Es gibt immer wieder Gründe, irgendwann. Ganz bestimmt.

Blogoscoop bietet diesbezüglich aber nur wenig Information. Analysiert wird nicht so sehr der einzelne Besucher als vielmehr Status und Rankings des Blogs innerhalb der Blogosphäre. Was immer das auch sein mag. In diesem Zusammenhang handelt es sich schlicht und einfach um die bei Blogoscoop angemeldeten Blogs, denn nur von denen stehen ja die Daten zur Verfügung. Und diese werden dann auf die eine oder andere Art in Relation gestellt. Vor allem aber wird auch hier wieder einmal eine Rangliste aller angemeldeten Blogs erstellt.

Davon mag man nun halten, was man will. Ich selbst finde ja, daß Hitlisten ein ziemlichen Unsinn mit wenig Aussagekraft sind. Für mich also so gut wie überflüssig. Lediglich für die an der Spitze auftauchenden Themenblogs interessiere ich mich manchmal. Aber eher selten. Das Bildblog, derzeit an der Spitze, ist schließlich hinlänglich bekannt.

Vermutlich sind solche Systeme auch leicht zu manipulieren, könnte ich mir denken. Keine Ahnung, das übersteigt mein technisches Verständnis. Nur wozu?

Die Möglichkeit hingegen, ein Ranking anhand von gemeinsam verwandten Stichworten (Tags) zu erstellen, ist schon fast wieder spannend. Und von diesen kleinen Schmankerln gibt es noch ein paar mehr, sodaß sich Blogoscoop auch als Counter durchaus lohnt.

Netzwerk

An dieser Stelle wird Blogoscoop für mich erst richtig interessant. Zum einen werden die gesammelten Daten aller angemeldeten Blogs in einer recht umfassende Statistik aufgeschlüsselt. Blogosphäre würde ich das zwar nicht nennen, aber vielleicht wird es da ja noch. Bislang ist die Darstellung auch nicht immer lesbar. Die Beschriftung eines Tortendiagramms, das die verwendete Blogsysteme aufschlüsseln soll, rutscht aufgrund der Enge völlig ineinander. Damit wird es sinnlos, denn daß WordPress Marktführer ist, ist ohnehin keine Überaschung. Aussagen über die Geschlechterverteilung, also wieviele der Blogbetreiber männlich und wie wenige weiblich sind hingegen, können ganz schön erschrecken. Derzeit sind gerade einmal knapp 10% Frauen dabei. Bleibt nur zu hoffen, daß sich im zweitgößten Abschnitt „unbekannt” vorwiegend Frauen verbergen.

Zum anderen – und das ist das eigentlich flotte – gibt es vielfältige Vernetzungmöglichkeiten. Dabei muß man unterscheiden zwischen den Funktionen, die jedem zur Verfügung stehen. Und jenen, die sich erst nach der Anmeldung erschließen. Die überblicke ich derzeit noch nicht so ganz. Kann gut sein, daß da im Moment immer wieder mal was hinzukommt.

Daß es möglich ist, Blogs anhand von Tags in ein Ranking zu rücken, sagte ich bereits. Es geht aber auch alphabetisch. Und mithilfe der Karte lassen sich Blogs in unmittelbarer räumlicher Nähe aufspüren. (Scheint im Moment allerdings nicht richtig zu funktionieren.) So ist es auf vielen verschiedenen Wegen möglich, das eine oder andere bislang völlig unbekannte Blog zu entdecken, das sich anders so schnell sicher nicht gefunden hätte. Hier wird dem Zufall, der ein so großer Bestandteil von Blogs ist, korrekt auf die Sprünge geholfen. Einmal angemeldet kann man einzelne Blogbetreiber und Blogs dann auch favorisieren, damit man sie nicht wieder aus den Augen verliert.

Was allerdings eine komplette alphabetische Auflistung aller Blogs (derzeit über 2000 auf 21 Seiten) ohne jegliche Suchfunktion soll, bleibt unklar. Da klickt sich doch niemand durch.

Hinter den Kulissen

Blogoscoop ist ausgesprochen vielfältig. Grundsätzlich muß sich ja ohnehin immer jeder selbst einen Weg durch solche Angebote bahnen. In diesem Fall geht das auch, relativ problemlos. Allerdings wird derzeit noch an allen Ecken und Enden gebastelt. Was auch gut ist, denn unter anderem wimmelt es nahezu vor Tipfehlern. Diese werden, so mein Eindruck in den letzten Tagen, ebenfalls nach und nach ausgemerzt. Es kann also durchaus sein, daß einzelne Bereiche temporär nicht zugängig sind oder plötzlich nicht nur umgestaltet, sondern auch umbenannt sind. Aber gut, was soll’s? So ist es eben im Netz. Auf einmal ist alles anders, von einem Tag auf den anderen.

Zu sagen bleibt mir noch, daß nach der Registrierung nahezu alles vom Nutzer frei bestimmbar ist. Also vor allem auch der Grad der eigenen Öffentlichkeit, und das ziemlich detailliert. Ohne Frage ist das ein deutlicher Pluspunkt.  Benötigt wird lediglich ein Name oder Spitzname und eine gültige Email-Adresse. Auch nach der Registrierung gibt es darüber hinaus keine Pflichtangaben.

Das ist alles. Und schon kann man anfangen, sich umzusehen. Dabei aber bitte auf keinen Fall die Shoutbox mit einer möglichen Suchfunktion verwechseln. Okay? Das sieht nur so aus.

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2 Kommentare zu „Was ist denn nun Blogoscoop? Und wofür eigentlich?“

  1. Lars Michael Lehmann sagt:

    Hallo, vielen Dank, für den wirklich gelungenen Bericht! Legasthenische Grüße
    Lars Michael Lehmann

  2. Worte an sich» Blogarchiv » Vertippt sagt:

    […] auf Anhieb vier Tipfehler im Blogosoopbeitrag entdeckt. Harmlos zwar, aber dennoch zuviele. Finde ich. Dabei habe ich noch nicht einmal richtig […]

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