Archiv für September 2008

Vertippt

Samstag, 20. September 2008

Gerade auf Anhieb vier Tipfehler im Blogosoopbeitrag entdeckt. Harmlos zwar, aber dennoch zuviele. Finde ich. Dabei habe ich noch nicht einmal richtig gelesen, nur schnell drübergeguckt. Das ist peinlich und typisch zugleich. Sich selbst kann man immer am schlechtesten korrekturlesen.

Wer noch was findet, kriegt einen „click“. Ansonsten verweise ich auf die Freiheit der Sprache.

Toll

Samstag, 6. September 2008

Sprache in der Werbung funktioniert ganz einfach. Über ein Waschmittel, das ganz toll ist, wird auf gar keinen Fall behauptet, es sei ein tolles Waschmittel. Dieses Adjektiv gilt es strikt zu vermeiden. Auch das entsprechende Adverb ist grundsätzlich verboten. Ein noch so tolles Waschmittel wäscht also niemals toll, einfach so. Auf die Art funktioniert es nicht. Das wird durchschaut, auf den ersten Blick. Das langweilt.

Statt dessen werden tolle Geschichten erfunden, am besten mit tollen Figuren. Klementine etwa, die wohl nachhaltigste deutsche Waschmittelwerbeikone. Klementine ist um das Produkt herumgeschrieben, alle Aussagen darüber kommen aus ihrem Mund. Das Wort „toll“ sagt sie dabei nicht, wenn ich mich recht erinnere. Und wenn doch, ist das auch egal. Es fällt nicht weiter auf. Was gemeint ist, wird dennoch nicht konkret ausgesprochen. Dabei steht es glasklar im Raum. Und das nur, weil die Figur so toll ist.

Beim Schreiben ist es im Grunde dasselbe. Was gemeint ist, wird nicht konkret gesagt. So gut wie niemals. Das Zentrum bleibt leer und wird lediglich umschrieben. Oder noch besser: Der Kern einer Geschichte wird dargestellt, auf erzählerische Art vermittelt. Nur so wird es interessant. Artiges Aufsagen oder gar nahtloses Aufzählen von Fakten ist dabei wenig hilfreich. Sprache ist ein unscharfes Instrument, sie kann und muß interpretiert werden. Auslassungen und Leerstellen bieten dafür Anlaß. Nahezu unverzichtbar sind außerdem gute Figuren. Je differenzierter, desto besser. Ohne das alles wird es schwierig. Und langweilig vor allem.

Allerdings sind Figuren nicht gerade leicht zu erfinden. Wenn sie schlecht sind, bleiben sie leer und klingen zwangsläufig hohl. Dann ist mit ihnen kaum etwas anzufangen. Wenn sie gut sind, machen sie sich innerhalb kürzester Zeit selbständig. Und das war es dann mit dem „Kern einer Geschichte“ und seiner Vermittlung. Dann vermittelt sich mitunter etwas, von dem man selbst noch nie gehört hat.

Ein eigenartiges Geschehen, das ist wohl wahr. Gut so!

Zum Thema Werbung bleibt noch zu sagen: Man kann das Waschmittel auch einfach TOLL nennen, das stimmt. „Reinweichen mit TOLL“, würde Klementine dann sagen. Und über die verbesserte Version, gut ein Jahr später, hieße es dann: „SUPERTOLL wäscht porentief“. So geht es natürlich auch.

Aber nur in der Werbung. Beim Schreiben funktioniert das eher selten. Selbst eine Figurennamensgebung auf dem Niveau erweist sich in allzu vielen Fällen als untauglich, um nicht zu sagen total lächerlich. Außer bei Daniel Düsentrieb vielleicht.