Archiv für Juni 2009

Alle Tage?

Samstag, 6. Juni 2009

So richtig echtes Tagebuchbloggen gibt es bei mir übrigens nicht. Es gibt die Rubrik, bzw. Disziplin, alle tage, in der etwas ähnliches passiert. Das immerhin schon seit langem, im Grunde von Anfang an. Derzeit ist es die Disziplin mit den meisten Beiträgen, etwas über 1000. Das soll aber nichts heißen, das sind zum Teil nur hermetische Fetzen. Ungestaltet, ungepflegt. Zu mehr reicht es oft nicht.

Tagebuchbloggen in Meisterschaft dagegen kann man im Logbuch des Schriftstellwerks lesen. Nicht immer, das sollte man bedenken. Manchmal verschwindet es einfach, wortlos, wird geleert und über schmerzhaft lange Zeit nicht mehr gefüllt. Nicht einmal das Gedächtnis bleibt, das Archiv. Das ist schlimm, aber es ist so.

Denn so sind sie, die Katzen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen. Und man darf sie nicht vermissen, schon gar nicht zwingen. Man darf sich nur glücklich schätzen, wenn sie – freiwillig – für eine Weile zu Besuch kommen.

Tagebuchbloggen zieht Kreise

Freitag, 5. Juni 2009

Mek hatte im April damit angefangen, vielleicht. Vielleicht auch nicht, ich will mich hier nicht unnötig aus dem Fenster hängen. Am Ende kommt noch jemand daher, der meint, er hätte es erfunden, das Tagebuchbloggen. Als müßte man das erst erfinden, als hätte es das nicht schon immer gegeben. Nicht das Bloggen natürlich, aber doch das Tagebuch. Das ist ja nicht neu.

Modeste hat es aufgegriffen, sich tatsächlich Tag für Tag durch den Mai gebloggt. Einfach fand sie das nicht, wie sie bei Mek in den Kommentaren bekannte:

Ich finde es schwierig, tatsächlich Tage zu erzählen, weil sie so unzusammenhängend sind, dass man automatisch versucht, Themen zu setzen, zu raffen, zuzuspitzen, und die Tage so zu etwas anderem macht.

Um so bemerkenswerter, daß beide weitermachen, bis heute. JedeR für sich, auf ganz eigene Art, aber durchaus täglich, soweit ich das sehe. Tagebuchbloggen scheint also auch irgendwie Spaß zu machen.

Deutlich wird das nicht zuletzt daran, daß nun im Juni zwei weitere Blogger die Herausforderung angenommen haben:

  1. Pünktlich am 1. Juni eröffnete die Kaltmamsell ausdrücklich ihr Journal, um nicht allzusehr in den Verdacht der Vertraulichkeiten zu geraten. Ergänzt sind ihre alltäglichen Betrachtungen übrigens durch die stichpunktartig abgearbeiteten, festen Rubriken Nahrung und Wetter.
  2. Ebenfalls am 1. Juni verkündete Nicwest vehement, daß sie – Oder er? Auf der Über-Seite heißt es gar wir! – keinesfalls den Twittertod zu sterben gedenke und sich dementsprechend tapfer ans Tagebuchbloggen wagen wird. Und einen eigenen Namen, einen poetischen sogar, hat das Ganze auch hier bekommen: Die Mühen der Ebene.