Ego

Auch wenn Bloggern immer wieder gern unterstellt wird, daß sie ausschließlich um sich selbst kreisen. Und zwar nicht nur in dem, was sie im Internet tun, dem Bloggen nämlich. Blogger überhaupt seien Egozentiker, heißt es. Sonst gäbe es ja keinen Grund, ein Blogger zu sein. Oder zu werden.

Ich kann das nicht wirklich bestätigen. Ich selbst stehe ganz sicher nicht gern im Mittelpunkt, geschweige denn im irgendeinem Rampenlicht. Es geht, wenn es sein muß. Aber ich beherberge kein besonders ausgeprägtes Show-Ego. Ganz im Gegenteil, gerade fällt es mir gar nicht so leicht, diese Seite angemessen zu füllen.

2001 erschien mein Roman Lucas, seitdem bin ich als Autorin, Übersetzerin und Journalistin tätig. Und noch vieles mehr, der Bereich Sprache ist riesig. Im weitesten Sinn verstehe ich mich also als Spezialistin für den kreativen Umgang Worten und bin auch Dozentin und Coach für „Kreatives Schreiben“.

Außerdem bin ich langjährige Bloggerin. Und vor allem darum geht es ja in diesem Blog.

Die Protokolle gab es von 2002 bis Ende 2003, und es handelt sich streng genommen nicht wirklich um ein Blog.  Nicht nur das eigenwillige Design, das ich tatsächlich mit dem denkbar ungeeigneten MS-Publisher selbst gebastelt habe, spricht dagegen. Auch fehlen viele blogtypischen Eigenschaften. Dennoch, es war ein Anfang und hat Spaß gemacht, wenn ich mich recht erinnere.

Am 1. Januar 2004 wechselte ich auf ein richtiges Blog, mit richtiger Blogsoftware, vor allem weil mir die Kommentarfunktion fehlte. ad acta : ad absurdum wurde von twoday.net gehostet, und fortan sah ich mich mit HTML konfrontiert. Eine Herausforderung, die zugleich Freude und Frust aufkommen ließ. Für einige Zeit war ich kaum in der Lage, die optische Gestaltung meines Blog auch nur annähernd zu beherrschen. Ein Zustand, der mir grundsätzlich nicht sonderlich behagt. Also habe ich angefangen zu lernen.

Daran hat sich bis heute wenig geändert. Wer bloggt, bastelt auch. Obwohl Technik allgemein, also auch diverse Blogtechnik, nicht unbedingt meine engste Vertraute ist. Und es wohl nie werden wird. Dennoch, auch ich bin besser und vor allem mutiger geworden mit der Zeit.

Im August 2004 hat es mich und meine Blogambitionen dann, zeitgleich mit meinem realen Umzug nach Berlin, auf eine eigene Domain gezogen. Seither gibt engl@absurdum. Und so wird es wohl einstweilen auch bleiben. Bislang zumindest hat mich die Lust am Bloggen noch nicht verlassen. Auch nach sechs Jahren nicht.

Neben meinem „Privatblog“ gibt es seit 2005 noch das rein fiktive Blog over the bones. Ein literarisches Experimentierfeld, mit dem ich – zugegeben – nicht so ganz zufrieden bin. Mein Blogsorgenkind sozusagen, das sich dringend noch entwickeln muß. Und ganz sicher auch wird, irgendwann. Nur wann? Und wohin?

Ebenfalls seit 2005 bin ich Autorin beim fantastischen Hauptstadtblog, ein Gemeinschaftsprojekt, in dem etwa 15 bis 20 Autoren und Autorinnen zum Tema Berlin schreiben, fotografieren, skizzieren oder was auch immer tun. Ende 2008 hat es sich ergeben, daß ich offiziell die Betreiberin des HSB geworden bin. Das hat aber wenig zu sagen, es ist und bleibt ein Gemeinschaftsding.