Archiv für die Kategorie „Bloggen IV /Praxis“

Tagebuchbloggen zieht Kreise

Freitag, 5. Juni 2009

Mek hatte im April damit angefangen, vielleicht. Vielleicht auch nicht, ich will mich hier nicht unnötig aus dem Fenster hängen. Am Ende kommt noch jemand daher, der meint, er hätte es erfunden, das Tagebuchbloggen. Als müßte man das erst erfinden, als hätte es das nicht schon immer gegeben. Nicht das Bloggen natürlich, aber doch das Tagebuch. Das ist ja nicht neu.

Modeste hat es aufgegriffen, sich tatsächlich Tag für Tag durch den Mai gebloggt. Einfach fand sie das nicht, wie sie bei Mek in den Kommentaren bekannte:

Ich finde es schwierig, tatsächlich Tage zu erzählen, weil sie so unzusammenhängend sind, dass man automatisch versucht, Themen zu setzen, zu raffen, zuzuspitzen, und die Tage so zu etwas anderem macht.

Um so bemerkenswerter, daß beide weitermachen, bis heute. JedeR für sich, auf ganz eigene Art, aber durchaus täglich, soweit ich das sehe. Tagebuchbloggen scheint also auch irgendwie Spaß zu machen.

Deutlich wird das nicht zuletzt daran, daß nun im Juni zwei weitere Blogger die Herausforderung angenommen haben:

  1. Pünktlich am 1. Juni eröffnete die Kaltmamsell ausdrücklich ihr Journal, um nicht allzusehr in den Verdacht der Vertraulichkeiten zu geraten. Ergänzt sind ihre alltäglichen Betrachtungen übrigens durch die stichpunktartig abgearbeiteten, festen Rubriken Nahrung und Wetter.
  2. Ebenfalls am 1. Juni verkündete Nicwest vehement, daß sie – Oder er? Auf der Über-Seite heißt es gar wir! – keinesfalls den Twittertod zu sterben gedenke und sich dementsprechend tapfer ans Tagebuchbloggen wagen wird. Und einen eigenen Namen, einen poetischen sogar, hat das Ganze auch hier bekommen: Die Mühen der Ebene.

Kleine Dramen

Sonntag, 3. Mai 2009

Gestern habe ich mir eine Hose gekauft, eine Jeans genauer gesagt, bin mit meiner Freundin Essen gewesen und am Abend habe ich Madame Modeste besucht. An die hatte ich mehrfach gedacht in den letzten Tagen. Besser gesagt an ihr Blog, das eines der wenigen ist, die ich kenne, das tatsächlich richtige Geschichten liefert. Und zwar ausschließlich, soweit ich weiß. Immerhin hatte ich mich ja in meinem letzten Beitrag hier dazu hinreißen lassen, zu behaupten, daß Blogs keine Geschichten sind. Niemals.

Mir war und ist also völlig klar, daß meine Behauptung so nicht stimmt. Alles kann eine Geschichte sein, wen kümmert heute noch die Form. Ebenso kann auch ein Einkaufszettel Literatur sein.  Warum nicht. Es ist nur, bei aller Netzaffinität, einfach nicht mein Ding, dieses gänzlich zerfetzte, dieses anfang- und endlose, das dadurch oft entsteht. Ich mag solche Geschichten nicht. Und schreibe sie doch selber, manchmal.

Ich mag das geschlossene Erzählen, einen stringenten Stil, der leicht auch mehr als nur eine Schicht bedienen kann. Deshalb wollte ich auf das Blog von Madame hinweisen.

Doch wie ich gestern erfahren habe, ist dort in diesem Monat alles anders. Madame Modeste hat sich für Mai das Zepter von Mequito aufgeladen. Der König der ebenso ausladenen die vielschichtig feinen Plauderei hat sich im April am Tagebuchbloggen versucht. Tag für Tag, ganz persönliche Geschichte. Mit einigem Erfolg, wie ich finde, auch wenn er hier und da mit seinem Projekt hadert. Auch im Nachhinein, wie mir scheint. Was ein bißchen schade ist und ziemlich unnötig.

Ich verweise nun also an dieser Stelle auf die – in diesem Monat ganz persönlichen – Geschichten der Madame Modeste und bin selber sehr gespannt auf das Projekt.