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Selber E-Books bauen

Sonntag, 30. September 2012

Das E-Book, auch eBook oder ebook, ganz wie man mag, ist ja seit Jahren latent im Gespräch. Auf den Buchmessen werden die verschiedenen Lesegeräte präsentiert, ebenfalls schon seit Jahren, und lange Zeit bin ich nicht uninteressiert, aber doch ratlos daran vorbeigegangen. Bis der Kindle – ausgerechnet, ein Amazon-Produkt – mich vor ungefähr einem Jahr dann doch kalt erwischt hat. Und zwar ziemlich kalt, ich hadere mit dem Ding, nach wie vor. Das ist doch kein Lesen, denke ich, so ohne Haptik, ohne Blättern und Knicken. Und ohne Bleistift vor allem. Warum soll ich lesen ohne zu schreiben? Warum denn das?

Aber da ist ja noch die andere Seite, die Möglichkeit der Publikation von E-Books. Ganz günstig, einfach und schnell, das wird zumindest immer wieder behauptet. Aber stimmt das auch? Wie funktioniert das alles? Genau das wollte ich wissen, also habe ich mir Ende Juli vorgenommen, selbst mal ein solches E-Book zu bauen. Genug Material ist ja vorhanden, Erzählungen, Kurz- und Kürzestgeschichten aus den letzten 20 bis 25 Jahren, die für sich genommen ohnehin nie in einem Verlag unterkommen würden. Das dürfte fast so unmöglich sein wie die Publikation von Lyrik.

Inzwischen ist es fast schon Oktober, woran wohl zu erkennen ist, daß ein E-Book zu bauen ganz so einfach dann doch nicht ist. Zumindest nicht, wenn man es einigermaßen gut und richtig machen will. Und außerdem noch andere Sachen zu tun hat. Arbeiten, um Geld zu verdienen. Arbeiten, um zufrieden mit seiner Arbeit zu sein, auch ohne Geld. Arbeiten,  weil das Leben gerade nach nachhaltigen Veränderungen verlangt. Ein Tag hat eben nur 24 Stunden, da hilft nix. Aber so richtig eilig hatte ich es damit auch nicht, ich wollte das alles in Ruhe durchgehen und gründlich lernen.

Beim E-Book bauen ist so einiges zu beachten: die Zusammenstellung der Texte, die nötigen Korrekturen, die Abklärung der Rechte, die Formatierungen, der Buchtitel und das Titelbild und nicht zuletzt die Konvertierung in ein E-Book-Format. Letzteres glückt keineswegs auf Anhieb und MS Word ist eine Katastrophe, das weiß jedeR.  Natürlich gibt es da noch viele andere Wege, aber das war eben mein Vorgehen: Texterstellung mit Word und Konvertieren mit Calibre.  Detaillierter habe ich übrigens bereits in meinem Alltagblog unter dem Titel ebook bauen begleitet. Noch nicht erledigt ist die Veröffentlichung selbst und die anschließende Vermarktung. Letzteres bereitet mir ja im Grunde am meisten Kopfzerbrechen, das ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Aber es gehört zwingend dazu, so ein Mist.

Spaß macht es dennoch. Das habe ich gestern gemerkt, als ich zum ersten Mal eine mehr als nur akzeptable Version meines ersten E-Books auf dem hauseigenen Kindle durchblätterte. Blättern, jawohl, ich scheue mich nicht mehr, es so zu nennen. Also auch mein Kindle ist mir vertrauter geworden bei dieser Arbeit, fast hab ich ihn jetzt doch ein wenig liebgewonnen.

Unverzichtbar für die gelungene Erstellung eines E-Books ist übrigens ein E-Book und zwar das von Wolfgang Tischer vom Literaturcafé, ebenfalls eine für AutorInnen unverzichtbare Instanz. Und natürlich gibt es auch noch andere E-Reader und E-Book-Formate als die Amazon-Kindle-Variante. Auch die sollten nicht vergessen und bedient werden, wenn man sein E-Book unter die Leute bringen möchte. Ich werde mich bemühen, das im Auge zu behalten.

Und ich melde mich dann, wenn es soweit ist. Der Titel steht ja seit eben schon rechts in der Sidebar, bereit für einen Verkaufslink. Bald.

Multilingual

Freitag, 15. August 2008

Kürzlich sprach ich in einem kurzen Beitrag zum Thema Korrekturen die Empfehlung aus, Blogbeiträge in einen Textverarbeitungsprogramm vorzuschreiben, um sie so ausreichend ausreifen zu lassen, bevor sie endgültig ins Netz gestellt werden. Zum einen sei nun an dieser Stelle festgehalten, daß dieser Rat als durchaus halbherzig gemeint verstanden werden muß. Denn auch diesen Beitrag tippe ich unvorsichtigerweise gerade wieder einmal direkt in die Eingabemaske. Zum anderen hat SuMuze natürlich recht, wenn sie in ihrem Kommentar darauf hinweist, daß das so einfach auch wieder nicht ist.

Formatierungen aus einem Textverarbeitungsprogramm zu übernehmen, also Schriftarten, Schriftgrößen, Zeilenumbrüche und dergleichen, ist problematisch und erfordert im besten Fall guten Willen und eine Menge Geduld beim Herumprobieren. Ohne Nacharbeit geht es so gut wie nie ab, selbst bei ganz einfachen Texten nicht.

Denn Word ist Word – oder irgendein anderes Textverarbeitungsprogramm. Und ein Blog ist ein Blog ist ein Blog, also in der Regel mit HTML erstellt. Dazu kommt die Blogsoftware, die auch noch das eine oder andere Problemchen aufwerfen kann.  Word und Blog aber, diese beiden, sprechen schlicht und einfach nicht dieselbe Sprache. Grundsätzlich nicht. Selbiges gilt natürlich für Exceltabellen und alle möglichen anderen Erzeugnisse diverser Programme. Das alles muß so gut wie immer erst passend gemacht werden.

Beim Einfügen von Tabellen und Diagrammen, was ja in SuMuzes Kommentar explizit angesprochen wurde, empfiehlt es sich übrigens, gleich mit Grafiken zu arbeiten. So wie The Exit es seit jeher mit seinen Datensätzen, Fieberkurven und anderen abstakten Gebilden zu tun pflegt. Und in ein Textverarbeitungsprogramm passen die eigentlich auch ganz gut. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Vorschreiben ist also lediglich inhaltlich empfehlenswert und gerade bei längeren Texten ganz bestimmt angebracht. (Ich werde das sicher auch noch lernen, irgendwann.) Im Übrigen hat es den Vorteil, daß so quasi mit einem Klick eine Archivierung entsteht. Technisch ist damit allerdings tatsächlich nicht wirklich etwas gewonnen.