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Die liebe Technik

Sonntag, 10. August 2008

Wer bloggt, kommt um die Beschäftigung mit Technik nicht herum. Nicht ganz zumindest. Es ist so, wie bei jedem anderen Umgang mit PC und Internet. Es gilt auf jeden Fall, zumindest die grundlegenden Regeln zu entdecken und zu begreifen. Irgendwie. Da hilft nichts.

Ich erinnere mich – ungern und dennoch amüsiert – an meine erste Annäherung an Computer. Es muß Anfang der 90er gewesen sein, zur Zeit der 286er-Prozessoren, kurz nach Commodore. (Klingt ja beinah romantisch, oje.) Ich landete also bei einem Bekannten, der sich bereit erklärt hatte, mir geduldig seinen Rechner vorzuführen. Und damit gleich in der absoluten Neulingshölle. Mitten im Grabenkrieg, zerrieben auf dem Schlachtfeld der Giganten. Denn der Bekannte war Musiker und besaß dementsprechend zwar damals noch keinen Apple, aber immerhin einen Amiga. Mit externer Festplatte oder so ähnlich, wenn ich mich recht erinnere. Aber natürlich keinesfalls eine Dose.

Abgesehen von den (im Nachhinein betrachtet durchaus erträglichen) Amigaüberzeugungsversuchen des Bekannten, gestaltete sich die Einführung auch auf den rein fachlichen Gebieten überaus anstrengend. Da mir die gesamte Materie, angefangen von Betriebssystemen über Programme sowie Benutzeroberflächen und diversen Peripheriegeräten, vollkommen schleierhaft war, stellte ich wohl etliche eigenartige Fragen. Zum Beispiel wollte ich wissen, wie denn eine Maus überhaupt funktionieren könne. Und erhielt als Antwort einen begeisterten Überblick über die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten. Während ich einfach nur das kleine Gummibällchen unten drunter sehen wollte.

Ich könnte noch weiter erzählen, denn das hört ja nicht auf. Immer gibt es jemanden, der oder die mehr weiß und die dummen Anfängerfragen nicht mehr versteht. Mein erster Rechner war dann ein 268er (von Nokia, tatsächlich) komplett mit Bildschirm, Tastatur und Betriebssystem. Aber sonst weiter nichts, sodaß ich wiederum Hilfe benötigte, um das begehrte Textverarbeitungsprogramm zu installieren. Ich hatte mich vorab informiert und entschied mich tapfer gegen Windows. WordPerfect und der (damals) geniale Norton Commander waren meine Wahl. Dafür erntete ich eine gewisse Verwunderung der Bekannten einer Bekannten, die dann an meinem ersten PC saß, um die nötigen Installationen durchzuführen. (Die mir übrigens gleich auch den ersten Virus einschleppte, den legendären Michelangelo.)

Sehr gern verschweigen würde ich an dieser Stelle die vorangegangene Peinlichkeit, die mir in dem Zusammenhang widerfuhr. Aber dazu ist die Sache wiederum zu lustig und außerdem ja schon lange her. Die Bekannte der Bekannten mit dem Virus im Gepäck, schickte mich zuvor eine Maus zu kaufen, die bei meinem PC-Komplettpaket noch fehlte. Eine Maus und ein Mauskabel, wie sie ausdrücklich betonte. Da stand ich also wenig später im Laden, ordnungsgemäß einen Mauskarton in der Hand, und verlangte tatsächlich ein Mauskabel. Und ließ mich von dem geduldigen (und sicherlich amüsierten) Verkäufer erst beim dritten Ansatz davon überzeugen, daß selbstverständlich alle vorhandenen Mäuse mit einem Kabel versehen seien. (Bis heute ist mir nicht klar, ob ich in dem Fall nicht vorgeführt worden bin, wie ein Schreinerlehrling im ersten Jahr, der den „Rundwinkel” holen geschickt wird. Die Bekannte jedenfalls versicherte mir nachdrücklich und mehrfach, sogar glaubwürdig, sie hätte es schlicht mit dem Druckerkabel verwechselt.)

So war das, damals, und so bleibt es im Grunde. Wer sich mit PCs beschäftigt, ist quasi gezwungen, über die Hard– und Software zu lernen. So ähnlich wie jeder Motorradfahrer besser weiß, was eine Kerze ist, wo der Vergaser sitzt und was der Zündzeitpunkt ist. Und eine Motorradfahrerin erst recht. Wirklich viel weiß ich allerdings dennoch nicht von diesen Dingen. (Also von PCs, nicht von Motorrädern. Die verstehe ich um einiges besser.) Bereits das erste Betriebssystem (DOS) mit seinen vielen Eingabekürzeln habe ich mir nur angesehen, niemals aber begriffen oder gar damit umgehen können. Und dabei ist es geblieben. Für tieferreichende PC-Umgestaltungen oder Installationen, auf welchem PC oder Server auch immer, brauche ich Hilfe. Peinlichkeiten und absoluter Unsinn bleiben da nicht aus.

Da ich mich derzeit ein wenig mit den Winzblogs bei Twitter beschäftige, läuft mir auch das eine oder andere hilfreiche Tool über den Weg. Twhirl beispielsweise und Twitterfox. Zwei ausgesprochen nette Dingelchen, wenn man mehr als einen Twitteraccount zu bedienen hat. Und ich verfüge gleich auf Zugriff zu dreien: engl, minuszero und hauptstadtblog. Inzwischen nutze ich das eine wie das andere, auch wenn Twhirl immer wieder mal abstürzt. Ich habe herausgefunden, wie ich das wieder retten kann. Und es ist mir auch nicht mehr peinlich, daß ich Twitterfox bestimmt drei Wochen installiert hatte, ohne es nutzen zu können. Tatsächlich war ich der festen Überzeugung, daß es bei mir nicht laufen würde. Dabei hatte ich nur das kleine „t” rechts unten in meinem aktuellen Browser einfach nicht entdeckt. Bis jemand ganz nebenbei davon erzählte.