Archiv für die Kategorie „Bloggen III /Publizieren“

Blogs sind…

Freitag, 27. Juli 2012

Da ist sie wieder, die alt(aus)gediente Diskussion darüber, was Blogs nun sind, angeblich, und was sie auf gar keinen Fall sind. Wieder klingt da dieses Journalismusding an, das hatten wir doch schon einmal. Oder auch zwei- oder dreimal, das ist allerdings schon ein paar Jährchen her. Diesmal also sind Blogs, man höre und staune:  Online-Essays.

Na ja, oder auch nicht. Einige sind es, vielleicht, andere sind etwas ganz anderes. Wie soll man das feststellen? Und warum?

Blogs sind das, was man aus ihnen macht. Das Ergebnis bleibt offen, so war es schon immer. Man muß sich nur entscheiden, das ist alles. Ich habe schon Produktkataloge gesehen, die mit Blogsoftware aufgesetzt waren. Kann man machen, kein Problem. Ich selbst schreibe in meinem Privat- und Hauptblog ein heilloses Durcheinander. Das ist doch das Schöne und Beständige an Blogs, ihre Flexibilität. Das ist der Grund, warum sie bleiben werden, allen Unkenrufen zum Trotz. Blogs sind modern, immer noch und immer wieder.

Und ich persönlich, ich bin und bleibe natürlich eine offenherzige Verfechterin des Tagebuchbloggens. Forever. Denn Tagebücher sind Literatur, und darauf kommt es an.

Blogs und Kreativität

Mittwoch, 30. März 2011

Mit Blogs kann man ja viel anstellen, eigentlich so ziemlich alles. Dabei sollte niemand davon ausgehen, daß Blogs immer nur persönlichen Kram thematisieren. Also reines Tagebuchgekritzel veranstalten, wie es das Vorurteil will. Andererseits muß aber auch nicht alles, was in Blogs passiert, gleich hochinvestigativer Netzjournalismus oder gar PR sein. Letzteres wäre ja auch noch schöner, besten Dank.

Blog machen das, was man von ihnen möchte. Sie veröffentlichen es, das Denken, das Leben, das Tun.

Ein wunderbares Beispiel ist das das wohnzimmer, in dem seit Anfang des Jahres one creation per day erscheint. Und das ein ganzes Jahr lang! Eine phantastische Idee, die offensichtlich auf Noah Scalin zurückgeht: 365Make Something Every Day And Change Your Life. Das mit dem Ändern des Lebens mag man auf den ersten Blick für ein wenig weit hergeholt halten, so ein kleines bißchen amerikanisch übertreiben angehaucht. Ines, die das  Wiener Wohnzimmer fleißig tagtäglich bestückt, räumt in diesem Kommentar in meinem Privatblog mit diesen Befürchtungen auf. Und hat mich damit außerdem in meiner eigenen Idee bestärkt: Ein Gedicht pro Woche? Das sollte zu schaffen sein. Also warum nicht?

Zu lesen sind meine lyrischen Versuche, die ersten nach vielen Jahren Pause, in meinem kleinen Minimalblog Zendura. Das war schon seit einiger Zeit als Lyrikblog eingerichtet, ein bißchen was stand auch schon vorher darin. Häufig waren es alte Sachen, die ich dafür mühsam herausgesucht habe. Jetzt ist es auf einmal lebendig. Und ein paar Randbemerkungen finden sich jede Woche in meinem absurdum.

Auch so etwas können Blogs sein. Lebensveränderer. Sehr, sehr gut sogar.

Ich bin so frei

Dienstag, 30. November 2010

Da komme ich gerade aus dem sibirischen Berlin in die heimische Stube zurück. Ich fahre den Rechner hoch und schaue mich ein bißchen um, und was finde ich gleich zuerst? Ein JMStV, also einen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Richtig so?

Den soll es im nächsten Jahr schon neu geben, davon höre ich tatsächlich heute zu ersten Mal. Doch wie es aussieht, sollte ich mir wohl dringend Gedanken darüber machen, denn es betrifft auch Webpublikationen und damit alle meine Blogs.

Wie? Das weiß ich auch noch nicht so recht. Ich muß wohl entweder eine Sendebeschränkung einrichten oder sämtliche Seiten im Netz mit einer Alterklassifizierung versehen, ggf. mit einer Altersprüfung. Klingt nicht sehr praktikabel, im Zweifel auch nicht bezahlbar. Vor allem, wenn das am Ende auch noch für jeden Tweet gelten sollte. Man weiß ja nie.

Wie auch immer. Die Sache ist geeignet, von Bloggern mit Dringlichkeit im Auge behalten zu werden. Ich selbst tendiere spontan eher nicht zur Schließung, wie sie hier und da schon angekündigt wurde. Ich bin für weitermachen, weitervernetzen.

Noch bin ich so frei. Noch besser und noch fester. Bloggen eben.

[Mehr, viel mehr zum Thema gibt es in der Sammelmappe.]

Blogs vs. Print

Dienstag, 27. April 2010

Blogs sind ein Stück Software, hat mir mal jemand gesagt. Was ich damals noch ein wenig absurd fand, leuchtet mir heute etwas besser ein. Blogs haben ein Gerüst, das zusammengesetzt ist aus Software. Dazu kommt noch  diverse Hardware und Konnektivität natürlich. Aber das ist es dann auch schon. In diesem Sinn gleicht ein Blog dem anderen, mit marginalen Unterschieden.

Diese Unterschiede werden vom Content gemacht. Oder vom Leben, wenn man so will.

Im Printbereich sieht es übrigens seit jeher genauso aus. Das Gerüst ist anders zusammengesetzt, das ist klar. Da spielt Papier, Farbe und Leim oder Heftklammern eine Rolle. Die Transportwege sind komplexer. Aber sonst? Andere Grundbedingungen, mehr nicht.

Print-Endprodukte ähneln sich ebenfalls in gewisser Weise. Politische Magazine sehen optisch nicht viel anders aus als Hauszeitschriften, Kataloge oder sogar Postwurfsendungen. Auch hier gilt: auf Content und Leben kommt es an. Auf Qualität.

Vielleicht sollte man den Menschen zutrauen, daß sie die Unterschied ausmachen können. Zwischen frei und gekauft, Journalismus und Werbung, wenn man so will. Zwischen absolut passend und völlig daneben. Das funktioniert am Kiosk ja auch.