Archiv für August 2008

Was ist denn nun Blogoscoop? Und wofür eigentlich?

Freitag, 29. August 2008

Knapp gesagt zweierlei: eine Blogsammelstelle und ein Counter mit einem Haufen Vernetzungsmöglichkeiten. Und wozu das? Gibt es davon nicht schon genug?

Counter

Counter gibt es tatsächlich jede Menge, viele davon sind kostenfrei. Immer muß ein sogenannter „Codeschnipsel“ in die Seite eingebaut werden, ein Stückchen HTML-Code, das die Zählung erst ermöglich. Meistens ist mit dem Einbau ein kleines, mitunter animiertes Logo verbunden, manchmal auch Werbung. Die wenigsten Zähler lassen sich unsichbar einfügen.

Anschließend wird eine Webstatistik aktiviert, mit deren Hilfe man die Besuche und Besucher der Website analysieren kann. Dabei werden diverse Informationen zusammengetragen. Üblich sind Zugriffszahlen, Verweildauer, Referrer, Klickpfade, Suchbegriffe, usw. Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee, über die Leserschaft ein klein wenig informiert zu sein. Selbst wenn man persönlich an konkreten Zugriffszahlen nicht sonderlich interessiert sein sollte. Es gibt immer wieder Gründe, irgendwann. Ganz bestimmt.

Blogoscoop bietet diesbezüglich aber nur wenig Information. Analysiert wird nicht so sehr der einzelne Besucher als vielmehr Status und Rankings des Blogs innerhalb der Blogosphäre. Was immer das auch sein mag. In diesem Zusammenhang handelt es sich schlicht und einfach um die bei Blogoscoop angemeldeten Blogs, denn nur von denen stehen ja die Daten zur Verfügung. Und diese werden dann auf die eine oder andere Art in Relation gestellt. Vor allem aber wird auch hier wieder einmal eine Rangliste aller angemeldeten Blogs erstellt.

Davon mag man nun halten, was man will. Ich selbst finde ja, daß Hitlisten ein ziemlichen Unsinn mit wenig Aussagekraft sind. Für mich also so gut wie überflüssig. Lediglich für die an der Spitze auftauchenden Themenblogs interessiere ich mich manchmal. Aber eher selten. Das Bildblog, derzeit an der Spitze, ist schließlich hinlänglich bekannt.

Vermutlich sind solche Systeme auch leicht zu manipulieren, könnte ich mir denken. Keine Ahnung, das übersteigt mein technisches Verständnis. Nur wozu?

Die Möglichkeit hingegen, ein Ranking anhand von gemeinsam verwandten Stichworten (Tags) zu erstellen, ist schon fast wieder spannend. Und von diesen kleinen Schmankerln gibt es noch ein paar mehr, sodaß sich Blogoscoop auch als Counter durchaus lohnt.

Netzwerk

An dieser Stelle wird Blogoscoop für mich erst richtig interessant. Zum einen werden die gesammelten Daten aller angemeldeten Blogs in einer recht umfassende Statistik aufgeschlüsselt. Blogosphäre würde ich das zwar nicht nennen, aber vielleicht wird es da ja noch. Bislang ist die Darstellung auch nicht immer lesbar. Die Beschriftung eines Tortendiagramms, das die verwendete Blogsysteme aufschlüsseln soll, rutscht aufgrund der Enge völlig ineinander. Damit wird es sinnlos, denn daß WordPress Marktführer ist, ist ohnehin keine Überaschung. Aussagen über die Geschlechterverteilung, also wieviele der Blogbetreiber männlich und wie wenige weiblich sind hingegen, können ganz schön erschrecken. Derzeit sind gerade einmal knapp 10% Frauen dabei. Bleibt nur zu hoffen, daß sich im zweitgößten Abschnitt „unbekannt“ vorwiegend Frauen verbergen.

Zum anderen – und das ist das eigentlich flotte – gibt es vielfältige Vernetzungmöglichkeiten. Dabei muß man unterscheiden zwischen den Funktionen, die jedem zur Verfügung stehen. Und jenen, die sich erst nach der Anmeldung erschließen. Die überblicke ich derzeit noch nicht so ganz. Kann gut sein, daß da im Moment immer wieder mal was hinzukommt.

Daß es möglich ist, Blogs anhand von Tags in ein Ranking zu rücken, sagte ich bereits. Es geht aber auch alphabetisch. Und mithilfe der Karte lassen sich Blogs in unmittelbarer räumlicher Nähe aufspüren. (Scheint im Moment allerdings nicht richtig zu funktionieren.) So ist es auf vielen verschiedenen Wegen möglich, das eine oder andere bislang völlig unbekannte Blog zu entdecken, das sich anders so schnell sicher nicht gefunden hätte. Hier wird dem Zufall, der ein so großer Bestandteil von Blogs ist, korrekt auf die Sprünge geholfen. Einmal angemeldet kann man einzelne Blogbetreiber und Blogs dann auch favorisieren, damit man sie nicht wieder aus den Augen verliert.

Was allerdings eine komplette alphabetische Auflistung aller Blogs (derzeit über 2000 auf 21 Seiten) ohne jegliche Suchfunktion soll, bleibt unklar. Da klickt sich doch niemand durch.

Hinter den Kulissen

Blogoscoop ist ausgesprochen vielfältig. Grundsätzlich muß sich ja ohnehin immer jeder selbst einen Weg durch solche Angebote bahnen. In diesem Fall geht das auch, relativ problemlos. Allerdings wird derzeit noch an allen Ecken und Enden gebastelt. Was auch gut ist, denn unter anderem wimmelt es nahezu vor Tipfehlern. Diese werden, so mein Eindruck in den letzten Tagen, ebenfalls nach und nach ausgemerzt. Es kann also durchaus sein, daß einzelne Bereiche temporär nicht zugängig sind oder plötzlich nicht nur umgestaltet, sondern auch umbenannt sind. Aber gut, was soll’s? So ist es eben im Netz. Auf einmal ist alles anders, von einem Tag auf den anderen.

Zu sagen bleibt mir noch, daß nach der Registrierung nahezu alles vom Nutzer frei bestimmbar ist. Also vor allem auch der Grad der eigenen Öffentlichkeit, und das ziemlich detailliert. Ohne Frage ist das ein deutlicher Pluspunkt.  Benötigt wird lediglich ein Name oder Spitzname und eine gültige Email-Adresse. Auch nach der Registrierung gibt es darüber hinaus keine Pflichtangaben.

Das ist alles. Und schon kann man anfangen, sich umzusehen. Dabei aber bitte auf keinen Fall die Shoutbox mit einer möglichen Suchfunktion verwechseln. Okay? Das sieht nur so aus.

Scheißtechnik

Freitag, 22. August 2008

Das soll mir jetzt mal wer erklären, warum das Blogoscoop-Logo hier schwarz erscheint. Und in meinem Litblog (ganz unten links) transparent, wie es sich gehört.

Nachtrag: Das andere Logo funktioniert, wie man sieht. Das, von dem ich noch nicht genau weiß, ob ich es hier haben will. Das Ding verlinkt nämlich auf die Blogseite bei Blogoscoop. Naja.

Okay: Ich weiß, warum. Das zweite Logo ist nicht transparent. (Im Alltagsblog jetzt gut zu sehen.) Aber wieso, weiß ich immer noch nicht.

1 Tag später: Wie? Nun ist das andere Logo auch schwarz? Das war es gestern noch nicht. Warum also jetzt auf einmal? (Ich geb auf, und bau wieder das unsichtbare ein. Oder welches?)

Nachtrag am 31. August: Problem beseitigt. Also nicht gelöst, sondern nur umschifft. Einfach ein anderes Logo genommen, geht ja auch so.

Technikgeschwätz

Donnerstag, 21. August 2008

Jaja, die liebe Technik. Das war nun wirklich nicht meine Absicht, hier wieder und wieder über Technikkram zu referieren. Ganz im Gegenteil, das sollte mehr so am Rande behandelt werden. Nur hin und wieder mal, allerhöchstens. Also, wenn es sich absolut nicht vermeiden läßt. Genau so eben, wie ich es im wahren Leben auch damit halte.

Hat nicht geklappt, tut mir leid. Aber bei solchen Themen gibt immer eines das andere. Das ufert dann aus, beinah zwangsläufig.

Dabei bin ich bin ja nun wirklich nicht eine ausgewiesene Koryphäe auf dem Gebiet. Aus manchen Bereichen, wie zum Beispiel dem  Einbinden von Filmchen, das längst Gang und Gäbe ist, halte ich mich weitgehend heraus. Schlicht und einfach, weil ich auf das technische Rätselraten, das mir dann blüht, derzeit nicht die geringste Lust habe. Außerdem bin ich Schreiberin, da sind Bilder und Filmchen ohnehin zweitrangig.

Allgemein sollte man sich übrigens nichts vormachen lassen. Alle, ob Blogger oder nicht, die auf diesem Gebiet über Technik schwätzen, kommunizieren oft nur den eigenen Salat, in dem sie gerade herumstaken. Ganz egal auf welchem Niveau. Wieviel Wissen, Halb- oder gar Unwissen dahintersteckt, unterscheidet sich im Einzelfall erheblich. Aber, was solls. Irgendwie läßt sich alles herauskriegen. Und irgendwie weiß auch immer irgendwer ein Stückchen weiter.

Und ich finde ganz sicher bald zurück zu meinem eigentlichen Thema, dem Schreiben. Versprochen.

Textverarbeitungsbarrieren

Mittwoch, 20. August 2008

Nachbemerkung zum vorherigen Thema: Wer Wert darauf legt, daß Blogs barrierefrei sind und bleiben, sollte wohl besser darauf achten, welchen Formatierungsmüll Word in die Beiträge schaufelt. Sinnfreie Zeilen, die dennoch das HTML gründlich versauen können. Ein paar Tests auf dieser Seite haben neulich einen ganzen Batzen Fehler verursacht, die ich mir zunächst nicht erklären konnte. Außerdem habe ich erst mal gar nichts davon  bemerkt, denn zu sehen sind solche Fehler im Code eher selten. Darüber hinaus ist unklar, ob es überhaupt immer um Fehler handelt. Die Sache mit der Validität ist natürlich umstritten, besonders unter Webdesignern. Fast so sehr wie der jeweils neueste IE. (Daß bei diesen technischen Themen aber auch immer eines am anderen klebt. Hab ich eigentlich grad gar keine Lust drauf.)

Nebenbei bemerkt ist Problem übrigens inzwischen bereinigt, wie man sieht. (Mal sehen, ob das so bleibt. Und wie lange.)

Multilingual

Freitag, 15. August 2008

Kürzlich sprach ich in einem kurzen Beitrag zum Thema Korrekturen die Empfehlung aus, Blogbeiträge in einen Textverarbeitungsprogramm vorzuschreiben, um sie so ausreichend ausreifen zu lassen, bevor sie endgültig ins Netz gestellt werden. Zum einen sei nun an dieser Stelle festgehalten, daß dieser Rat als durchaus halbherzig gemeint verstanden werden muß. Denn auch diesen Beitrag tippe ich unvorsichtigerweise gerade wieder einmal direkt in die Eingabemaske. Zum anderen hat SuMuze natürlich recht, wenn sie in ihrem Kommentar darauf hinweist, daß das so einfach auch wieder nicht ist.

Formatierungen aus einem Textverarbeitungsprogramm zu übernehmen, also Schriftarten, Schriftgrößen, Zeilenumbrüche und dergleichen, ist problematisch und erfordert im besten Fall guten Willen und eine Menge Geduld beim Herumprobieren. Ohne Nacharbeit geht es so gut wie nie ab, selbst bei ganz einfachen Texten nicht.

Denn Word ist Word – oder irgendein anderes Textverarbeitungsprogramm. Und ein Blog ist ein Blog ist ein Blog, also in der Regel mit HTML erstellt. Dazu kommt die Blogsoftware, die auch noch das eine oder andere Problemchen aufwerfen kann.  Word und Blog aber, diese beiden, sprechen schlicht und einfach nicht dieselbe Sprache. Grundsätzlich nicht. Selbiges gilt natürlich für Exceltabellen und alle möglichen anderen Erzeugnisse diverser Programme. Das alles muß so gut wie immer erst passend gemacht werden.

Beim Einfügen von Tabellen und Diagrammen, was ja in SuMuzes Kommentar explizit angesprochen wurde, empfiehlt es sich übrigens, gleich mit Grafiken zu arbeiten. So wie The Exit es seit jeher mit seinen Datensätzen, Fieberkurven und anderen abstakten Gebilden zu tun pflegt. Und in ein Textverarbeitungsprogramm passen die eigentlich auch ganz gut. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Vorschreiben ist also lediglich inhaltlich empfehlenswert und gerade bei längeren Texten ganz bestimmt angebracht. (Ich werde das sicher auch noch lernen, irgendwann.) Im Übrigen hat es den Vorteil, daß so quasi mit einem Klick eine Archivierung entsteht. Technisch ist damit allerdings tatsächlich nicht wirklich etwas gewonnen.

Die liebe Technik

Sonntag, 10. August 2008

Wer bloggt, kommt um die Beschäftigung mit Technik nicht herum. Nicht ganz zumindest. Es ist so, wie bei jedem anderen Umgang mit PC und Internet. Es gilt auf jeden Fall, zumindest die grundlegenden Regeln zu entdecken und zu begreifen. Irgendwie. Da hilft nichts.

Ich erinnere mich – ungern und dennoch amüsiert – an meine erste Annäherung an Computer. Es muß Anfang der 90er gewesen sein, zur Zeit der 286er-Prozessoren, kurz nach Commodore. (Klingt ja beinah romantisch, oje.) Ich landete also bei einem Bekannten, der sich bereit erklärt hatte, mir geduldig seinen Rechner vorzuführen. Und damit gleich in der absoluten Neulingshölle. Mitten im Grabenkrieg, zerrieben auf dem Schlachtfeld der Giganten. Denn der Bekannte war Musiker und besaß dementsprechend zwar damals noch keinen Apple, aber immerhin einen Amiga. Mit externer Festplatte oder so ähnlich, wenn ich mich recht erinnere. Aber natürlich keinesfalls eine Dose.

Abgesehen von den (im Nachhinein betrachtet durchaus erträglichen) Amigaüberzeugungsversuchen des Bekannten, gestaltete sich die Einführung auch auf den rein fachlichen Gebieten überaus anstrengend. Da mir die gesamte Materie, angefangen von Betriebssystemen über Programme sowie Benutzeroberflächen und diversen Peripheriegeräten, vollkommen schleierhaft war, stellte ich wohl etliche eigenartige Fragen. Zum Beispiel wollte ich wissen, wie denn eine Maus überhaupt funktionieren könne. Und erhielt als Antwort einen begeisterten Überblick über die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten. Während ich einfach nur das kleine Gummibällchen unten drunter sehen wollte.

Ich könnte noch weiter erzählen, denn das hört ja nicht auf. Immer gibt es jemanden, der oder die mehr weiß und die dummen Anfängerfragen nicht mehr versteht. Mein erster Rechner war dann ein 268er (von Nokia, tatsächlich) komplett mit Bildschirm, Tastatur und Betriebssystem. Aber sonst weiter nichts, sodaß ich wiederum Hilfe benötigte, um das begehrte Textverarbeitungsprogramm zu installieren. Ich hatte mich vorab informiert und entschied mich tapfer gegen Windows. WordPerfect und der (damals) geniale Norton Commander waren meine Wahl. Dafür erntete ich eine gewisse Verwunderung der Bekannten einer Bekannten, die dann an meinem ersten PC saß, um die nötigen Installationen durchzuführen. (Die mir übrigens gleich auch den ersten Virus einschleppte, den legendären Michelangelo.)

Sehr gern verschweigen würde ich an dieser Stelle die vorangegangene Peinlichkeit, die mir in dem Zusammenhang widerfuhr. Aber dazu ist die Sache wiederum zu lustig und außerdem ja schon lange her. Die Bekannte der Bekannten mit dem Virus im Gepäck, schickte mich zuvor eine Maus zu kaufen, die bei meinem PC-Komplettpaket noch fehlte. Eine Maus und ein Mauskabel, wie sie ausdrücklich betonte. Da stand ich also wenig später im Laden, ordnungsgemäß einen Mauskarton in der Hand, und verlangte tatsächlich ein Mauskabel. Und ließ mich von dem geduldigen (und sicherlich amüsierten) Verkäufer erst beim dritten Ansatz davon überzeugen, daß selbstverständlich alle vorhandenen Mäuse mit einem Kabel versehen seien. (Bis heute ist mir nicht klar, ob ich in dem Fall nicht vorgeführt worden bin, wie ein Schreinerlehrling im ersten Jahr, der den „Rundwinkel“ holen geschickt wird. Die Bekannte jedenfalls versicherte mir nachdrücklich und mehrfach, sogar glaubwürdig, sie hätte es schlicht mit dem Druckerkabel verwechselt.)

So war das, damals, und so bleibt es im Grunde. Wer sich mit PCs beschäftigt, ist quasi gezwungen, über die Hard– und Software zu lernen. So ähnlich wie jeder Motorradfahrer besser weiß, was eine Kerze ist, wo der Vergaser sitzt und was der Zündzeitpunkt ist. Und eine Motorradfahrerin erst recht. Wirklich viel weiß ich allerdings dennoch nicht von diesen Dingen. (Also von PCs, nicht von Motorrädern. Die verstehe ich um einiges besser.) Bereits das erste Betriebssystem (DOS) mit seinen vielen Eingabekürzeln habe ich mir nur angesehen, niemals aber begriffen oder gar damit umgehen können. Und dabei ist es geblieben. Für tieferreichende PC-Umgestaltungen oder Installationen, auf welchem PC oder Server auch immer, brauche ich Hilfe. Peinlichkeiten und absoluter Unsinn bleiben da nicht aus.

Da ich mich derzeit ein wenig mit den Winzblogs bei Twitter beschäftige, läuft mir auch das eine oder andere hilfreiche Tool über den Weg. Twhirl beispielsweise und Twitterfox. Zwei ausgesprochen nette Dingelchen, wenn man mehr als einen Twitteraccount zu bedienen hat. Und ich verfüge gleich auf Zugriff zu dreien: engl, minuszero und hauptstadtblog. Inzwischen nutze ich das eine wie das andere, auch wenn Twhirl immer wieder mal abstürzt. Ich habe herausgefunden, wie ich das wieder retten kann. Und es ist mir auch nicht mehr peinlich, daß ich Twitterfox bestimmt drei Wochen installiert hatte, ohne es nutzen zu können. Tatsächlich war ich der festen Überzeugung, daß es bei mir nicht laufen würde. Dabei hatte ich nur das kleine „t“ rechts unten in meinem aktuellen Browser einfach nicht entdeckt. Bis jemand ganz nebenbei davon erzählte.

Korrekturen

Sonntag, 3. August 2008

Einfach genial, nach der Veröffentlichung noch Verbesserungen und sogar großflächige Veränderungen vornehmen zu können. Stimmt’s? In Blogs sind Tipfehler nahezu unerheblich, egal wie peinlich sie auch sein mögen. Man muß nicht bis zur nächsten Auflage warten, um diese auszumerzen. Das geht unmittelbar, ohne großen Aufwand, und keiner hat’s gesehen.

Stimmt nicht. RSS-Feeds und Trackbacks spielen dieses Spiel nicht mit, sie werfen stets für eine Weile die ursprüngliche Version aus. Das bleibt also erst mal so, selbst wenn der Link natürlich sofort auf die geänderte Fassung verweist. Das Original ist ja bearbeitet und unter derselben URL frisch abgespeichert. Was vorher war, existiert nicht mehr. Außer eben hier und da und dort, vielleicht. Sich darüber einen genauen Überblick zu verschaffen, ist so gut wie unmöglich.

Dementsprechend ist nicht nur auf Papier, sondern auch in Blogs eine solide Korrekturdisziplin durchaus angebracht. Insbesondere bei Überschriften und Anfängen, denn die werden immer in der ersten Version übernommen. Aber auch großflächige Bearbeitungen sollte man sich besser verkneifen. Wer weiß schon, wer in einer noch so kurzen Überarbeitungszeit nicht alles schon zum Lesen vorbeigekommen ist. Insbesondere Feed-Abonnenten sind manchmal sehr schnell. Tip- und Schreibfehler hingegen sind jederzeit zu korrigieren. Das kann letztendlich ja doch nicht so bleiben, und kleine Änderungen fallen normalerweise nicht weiter ins Gewicht.

Doch auch diese lassen sich minimieren, wenn man zunächst einmal ins Unreine schreibt, am besten in ein Textverarbeitungsprogramm und nicht gleich ins Netz. Noch besser ist es, eine Nacht warten und den Text danach ein letztes Mal durchgehen. Auf die Art kann kaum noch etwas schiefgehen.

Randbemerkung: Vor allem anderen schreibe ich mir das oben genannte hiermit selbst ins Gewissen. Ich bin die Überarbeiterin überhaupt. Immer noch und noch einmal schreibe ich um, ergänze und erweitere, auch lange nach der Veröffentlichung noch. Bis in die Überschriften hinein, da kenne ich nichts. In diesem Blog hier habe ich zum Beispiel seit gestern gleich zwei Überschriften geändert, eine davon komplett. Das soll man nicht tun, ich weiß. Es tut mir leid. Aber Überschriften sind manchmal so schwer zu finden.

Inzwischen stimmt aber alles. Denke ich. Auch mit diesem Post hier. Hoffentlich.

Ob ich diesen Text zunächst in ein Textverarbeitungsprogramm..? Öh, nö… Sorry. Ich gelobe Besserung.

Blogs verfügen über eine immense Eigendynamik

Samstag, 2. August 2008

Jedes Blog hat ein Thema. Das ist so, ganz egal, ob es vorher gewählt wurde oder ob es sich selbst gefunden hat. An diesem Thema orientiert sich naturgemäß der Inhalt, in schönstem Neudeunlish auch „Content“ genannt. Es gibt also Litblogs, Watchblogs, Placeblogs und eine Unmenge von Strickblogs, alle mit offensichtlich eindeutiger Ausrichtung. Kleinere oder größere Abweichungen gibt es jedoch immer. Beinah jedes Blog, selbst komplett technisch ausgerichtete, warten hier und da mit ein paar (vielleicht sogar persönlichen) Bemerkungen auf, die völlig aus der Art schlagen. Schauen Sie sich einfach mal um, nutzen Sie das Archiv oder die Suchfunktion und suchen Sie danach. Ich bin sicher, Sie werden schnell fündig.

Andere Blogs sind nicht so konsequent umrissen. Mek Wito zum Beispiel beschäftigt sich – in meinen Augen zumindest – ganz eindeutig mit Literatur, auch wenn das auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erkennen ist. Es gibt auch Kurznotizen, technischen Kram und immer wieder Reiseberichte. Auch mein „Privatblog“ engl@absurdum hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ursprünglich entstand es aus der Idee, begleitend zum Schreiben Arbeitsprotokolle festzuhalten. Diese Idee gab es bereits vor der Einrichtung des ersten Blogs, damals wurden meine Notizen allerdings nur von einer einzigen Person gelesen. Und zwar analog, ausgedruckt auf Papier. Die spätere (unvollständige) Aufbereitung im Netz ist vermutlich auch nicht besonders häufig frequentiert worden. Unsinnige und damals schon veraltete Technik sei Dank.

Seit 1997 hat sich meine Blogidee also weit von seinem Ursprung entfernt, ich kann es nicht anders sagen. Auch wenn ich selbst gerade dieses Blog, im Gegensatz zu den anderen, die ich führe oder an denen ich mitarbeite, immer noch genau so verstehe.

Solche Entwicklungen sind für Blogs übrigens ganz normal, insbesondere, wenn sie bereits länger bestehen und regelmäßig geführt werden. Don Dahlmann, ebenfalls ein Mehrfach-, wenn nicht Vielfachblogger, hat es schon vor einiger Zeit zusammengefaßt. Blogs machen Metamorphosen durch, analog zu ihren Autoren. Das ist unvermeidlich.

Vermutlich macht sich jedes Blog mit der Zeit mehr oder weniger selbständig. Das ist es, was Blogs von Büchern unterscheidet. Anders als Zeitungen oder Magazine bleiben sie zwar verfügbar, dennoch sind sie häufig an den Moment gebunden. Und das in vielfacher Hinsicht, Inhalt und Autorenhaltung sind da nur zwei Aspekte. Planbar sind Blogs also nur bis zu einem gewissen Grad. Darauf sollte man von Anfang an gefaßt sein.