Artikel-Schlagworte: „Kreatives Schreiben“

Im Fokus

Donnerstag, 30. Mai 2013

Oder darüber hinaus. Oder darin verschwunden. So sieht es aus, mitunter.

fokus

Die Worte mit den Füßen

Dienstag, 30. April 2013

Schreiben ist eine Kunst, davon gehe ich aus. Und Kunst hat ohne jeden Zweifel etwas mit Können zu tun, wenn auch womöglich weniger mit einem Können im Sinne von Qualität. Qualität ist natürlich nicht ohne Bedeutung, dennoch steht das mitunter an zweiter Stelle. Viel häufiger geht es um schreiben können oder eben nicht schreiben können, also um Schreibblockaden. Damit wären wir bei der Arbeit, die Kunst vor allem ist.

Erfahrene Schreiber kennen das, alle: Nicht schreiben zu können ist eine Qual. Doch es erwischt jede und jeden einmal, mal länger und mal kürzer und aus den unterschiedlichsten Gründen. Der erste und beste Tip ist in dem Fall immer: Bewegung! Weg von Bildschirm, weg vom Schreibtisch, raus aus dem Zimmer, wenn es irgendwie geht. Das ist das Wenigste. Manchmal, bei den kleinen Sekundenblockaden, kann es reichen, vom Stuhl aufzustehen und sich gleich wieder hinzusetzen, um anschließend nahtlos weiterzuschreiben. Doch das zählt eigentlich nicht, das sind nur Atempausen. Kleine Hänger zwischen dem Ein- und dem Ausatmen, mehr nicht.

Wirklich belastend sind die Tage und Wochen schreibenden Schweigens, die es immer wieder zu bewältigen gilt. Und diese innere Starre wird zermürbend, wenn daraus Jahre werden, in denen wenig bis gar nichts gelingt, bei aller Anstrengung und bestem Bemühen nicht. Es ist als hätte man plötzlich keine Hände mehr, um hineinzugreifen in die Welten und Zeiten, wie sonst immer. Nichts geht mehr von selbst, alles wird zur Qual, vor allem, weil man nicht weiß, wann und ob die Schreibhände nachwachsen.

Aber dem kann vorgebeugt werden und zwar ebenfalls durch Bewegung. Manche Schreiber laufen oder schwimmen, regelmäßig, und schreiben dann Bücher über das Laufen oder das Schwimmen. Ich selbst habe im letzten Sommer angefangen, durch die Stadt zu gehen, um in Bewegung zu bleiben oder zu kommen. So genau wußte ich das selbst nicht. Davor war ich oft mit dem Fahrrad unterwegs, oder ich habe angefangen exzessiv zu bauen, vorwiegend mit Holz. Es gibt nichts Besseres als das. Nicht für mich.

Etwas anderes zu tun als nur zu schreiben, etwas mit einem anderen Gewicht, ist von unschätzbarer Bedeutung. Und zwar immer, nicht nur in Schreibkrisenzeiten, denn es treibt neue und andere Muster ins Leben und damit auch ins Schreiben. Tanzen zum Beispiel, seit Anfang des Jahres tanze ich. Ich weiß nicht, warum. Noch nicht. Es ist beinah lächerlich, das immerhin ist mir inzwischen klar. Meine Füße taugen nicht recht für diese Art der Kommunikation. Aber wer weiß, was noch? Einstweilen bleibe ich am Ball, besser gesagt bei der einen oder anderen Milonga, ganz am Rand oder mittendrin, und werde irgendwann vielleicht verstehen, was das nun wieder soll. Was mir wieder das ins Leben bringt. Oder eben auch nicht.

Leben ist Schreiben, letztendlich. Ich kann nicht anders. Aber Schreiben muß auch Leben sein.

Springen. Üben.

Samstag, 30. März 2013

Sich ein Buch greifen, aufschlagen und hineinsehen. Drei Sätze lesen, wahllos, und losschreiben. Wahllos, kritiklos, spontan.

Nicht immer einfach, eigentlich nie. Aber gut, ein gutes Gefühl. Immer.

Leben und Schreiben

Sonntag, 18. Dezember 2011

Sprache ist die Quelle von Mißverständnissen, das ist nichts Neues. Kommunikation ist eine komplexe Sache. Dazu braucht es mehr als nur Sprache, das steht wohl außer Frage.

Beim Bloggen ist das nicht anders, insbesondere bei der ganz persönlichen Art des Bloggens. Und sie sind ja nicht selten, die Tagebuchblogs zwischen persönlichem Erleben und literarischer Verarbeitung des Alltags. Auch hier ist mehr als Sprache gefragt, um zu verstehen. Oder aber manchmal auch nicht zu verstehen. Das gehört eben auch mit dazu.

Auch Claudia von der Sammelmappe kann ein Lied davon singen. Dieser Tage hat sie wieder einmal zusammengefaßt, wie es ihr mitunter ganz persönlich beim Bloggen ergeht:

Mir ist es sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt nicht fremd, dass ich auf Menschen stoße – bzw. eher umgekehrt, diese Menschen stoßen auf mich, machen sich ein Bild von mir und nach einer Weile fühlen sie sich provoziert, weil irgendetwas in diesem Bild nicht mit der Vorstellung, die sie sich von mir machen übereinstimmt. Je nach Persönlichkeit dieser Personen wird mir dann mehr oder weniger aggressiv gegenüber getreten. Mir werden Fehler in der Kommunikation vorgeworfen, mir wird erläutert, was die richtigen oder wichtigen Probleme, Themen oder Lebensentwürfe wären. Mir wird auseinandergesetzt, welche Reaktionen man sich von mir erwarten würde – und ganz wichtig: mir wird versichert, wie hoch man mich schätze und dass man deshalb zu meinem Besten in diese Dikussion mit mir eintrete.

Mißverstanden werden, mißinterpretiert und aus mißlichen Gründen unvermittelt aggressiv angegangen, das passiert immer wieder. Das gehört auch beim Privatbloggen einfach dazu, darauf sollte man gefaßt sein. Es ist wie mit jeder Literatur, die Versuchung ist groß, hinter dem Text die Person zu erkennen und klar zu definieren. Das ist jedoch nur ein Spiel, das man durchaus einmal spielen kann, um sich selbst auf die Schliche zu kommen. Nicht jedoch den anderen. Die Menschen hinter dem Text zu durchschauen ist ein Aspekt, der von Grund auf zum Scheitern verurteilt ist.

Für den oder die PrivatbloggerIn bedeutet das: Letztendlich hilft nur Gelassenheit. Und die Gewißheit, daß das eigene Leben ohnehin die einzige Konstante ist. Im eigenen Leben.

Blogs und Kreativität

Mittwoch, 30. März 2011

Mit Blogs kann man ja viel anstellen, eigentlich so ziemlich alles. Dabei sollte niemand davon ausgehen, daß Blogs immer nur persönlichen Kram thematisieren. Also reines Tagebuchgekritzel veranstalten, wie es das Vorurteil will. Andererseits muß aber auch nicht alles, was in Blogs passiert, gleich hochinvestigativer Netzjournalismus oder gar PR sein. Letzteres wäre ja auch noch schöner, besten Dank.

Blog machen das, was man von ihnen möchte. Sie veröffentlichen es, das Denken, das Leben, das Tun.

Ein wunderbares Beispiel ist das das wohnzimmer, in dem seit Anfang des Jahres one creation per day erscheint. Und das ein ganzes Jahr lang! Eine phantastische Idee, die offensichtlich auf Noah Scalin zurückgeht: 365Make Something Every Day And Change Your Life. Das mit dem Ändern des Lebens mag man auf den ersten Blick für ein wenig weit hergeholt halten, so ein kleines bißchen amerikanisch übertreiben angehaucht. Ines, die das  Wiener Wohnzimmer fleißig tagtäglich bestückt, räumt in diesem Kommentar in meinem Privatblog mit diesen Befürchtungen auf. Und hat mich damit außerdem in meiner eigenen Idee bestärkt: Ein Gedicht pro Woche? Das sollte zu schaffen sein. Also warum nicht?

Zu lesen sind meine lyrischen Versuche, die ersten nach vielen Jahren Pause, in meinem kleinen Minimalblog Zendura. Das war schon seit einiger Zeit als Lyrikblog eingerichtet, ein bißchen was stand auch schon vorher darin. Häufig waren es alte Sachen, die ich dafür mühsam herausgesucht habe. Jetzt ist es auf einmal lebendig. Und ein paar Randbemerkungen finden sich jede Woche in meinem absurdum.

Auch so etwas können Blogs sein. Lebensveränderer. Sehr, sehr gut sogar.

dazwischen

Freitag, 31. Dezember 2010

Heute wechselt zunächst einmal das Jahr. Das heißt, eigentlich natürlich erst morgen. Noch genauer genommen irgendwie dazwischen, in der Zeit, die keine ist. Da geschehen die Veränderungen. Das ist der Ort. Der Ort, der keiner ist.

Auch hier wird sich demnächst etwas ändern, das steht seit ein paar Wochen fest. Nicht gleich morgen, das wäre zuviel verlangt von einer alten Slow-Bloggerin, wie ich es bin. Und auch bleiben werde. Aber irgendwann im Laufe des Jahres sollte es soweit sein. Vielleicht wird es einen Umzug geben, das steht noch nicht genau fest. Auf jeden Fall gibt es eine Erweiterung, wenn alles gut geht womöglich schon im Frühjahr. Der Frühling ist schließlich eine gute Zeit für etwas Neues.

Schauen Sie mal.

Schreiben als Arbeit

Dienstag, 21. September 2010

Es ist lange her, daß ich angefangen habe es so zu nennen: Arbeit. Das war ungewohnt, es schien mir auch nicht angemessen. Doch natürlich stimmte es, damals schon, und heute stimmt es noch viel mehr. Ich arbeite, wenn ich schreibe. Ich verfasse Text nach mehr oder weniger engen Vorgaben und bemühe mich darüber hinaus, die Deadline im Auge zu behalten. Das immerhin war damals noch anders, da ging ich zur Uni und die Arbeit im Büro hatte mit Schreiben zunächst nur ganz am Rand zu tun. Geschrieben habe ich einfach so, in meiner Freizeit, könnte man sagen. Schreiben war also mein Privatvergnügen. Oberflächlich betrachtet.

Tatsächlich war es das aber nie, nicht privat und auch nicht immer ein Vergnügen. Früh schon kannte ich den Kampf um das richtige Wort. Oder besser, das treffendste. Das, was dem ursprünglichen Gedanken, den gerade erlebten Gefühl, dem imaginierten  Geschehen am nächsten kam.  Schreiben nicht als Mittel zur Kommunikation, zumindest nicht in erster Linie, nicht als sauber strukturiertes Gebrauchsstück, schon gar nicht als eindeutige Aussage. Nein, weit jenseits aller Auftragstexte: Schreiben als Kunstform. Das ist die wirkliche Arbeit.

Dabei ist es völlig egal, auf welchem Niveau das geschieht. Ob nun ein Verlag einen „sagenhaften“ Vorschuß locker gemacht hat oder am Ende des Textes „nur“ das selbstgebastelte Blog auf einen frischen Beitrag wartet. Und ein paar User vielleicht, einige handverlesene Leser, die immer wieder einmal vorbeischauen, einfach weil sie das gerne möchten. Wichtig ist nur der innere Kreis. Der Dialog zwischen mir und dem Text, das Hineinrufen und der Widerhall. Etwas, das nie stimmen wird. Sprache ist ungenau und hinterhältig. Mitunter meint sie, etwas zu meinen, was niemals in meiner Absicht lag. Damit muß man umgehen. Das ist die Arbeit.

Das Suchen und Versuchen, das Finden und der Verlust. Das Aufgeben so vieler Ideen, die niemals wahr werden. Weil die Zeit fehlt, die Möglichkeit, manchmal auch die Kraft. Schreiben ist Arbeit. Schreiben ist Leben. Eine ständige Unzufriedenheit. Doch man lernt so unglaublich viel. Und das ist vielleicht das Wichtigste.

Toll

Samstag, 6. September 2008

Sprache in der Werbung funktioniert ganz einfach. Über ein Waschmittel, das ganz toll ist, wird auf gar keinen Fall behauptet, es sei ein tolles Waschmittel. Dieses Adjektiv gilt es strikt zu vermeiden. Auch das entsprechende Adverb ist grundsätzlich verboten. Ein noch so tolles Waschmittel wäscht also niemals toll, einfach so. Auf die Art funktioniert es nicht. Das wird durchschaut, auf den ersten Blick. Das langweilt.

Statt dessen werden tolle Geschichten erfunden, am besten mit tollen Figuren. Klementine etwa, die wohl nachhaltigste deutsche Waschmittelwerbeikone. Klementine ist um das Produkt herumgeschrieben, alle Aussagen darüber kommen aus ihrem Mund. Das Wort „toll” sagt sie dabei nicht, wenn ich mich recht erinnere. Und wenn doch, ist das auch egal. Es fällt nicht weiter auf. Was gemeint ist, wird dennoch nicht konkret ausgesprochen. Dabei steht es glasklar im Raum. Und das nur, weil die Figur so toll ist.

Beim Schreiben ist es im Grunde dasselbe. Was gemeint ist, wird nicht konkret gesagt. So gut wie niemals. Das Zentrum bleibt leer und wird lediglich umschrieben. Oder noch besser: Der Kern einer Geschichte wird dargestellt, auf erzählerische Art vermittelt. Nur so wird es interessant. Artiges Aufsagen oder gar nahtloses Aufzählen von Fakten ist dabei wenig hilfreich. Sprache ist ein unscharfes Instrument, sie kann und muß interpretiert werden. Auslassungen und Leerstellen bieten dafür Anlaß. Nahezu unverzichtbar sind außerdem gute Figuren. Je differenzierter, desto besser. Ohne das alles wird es schwierig. Und langweilig vor allem.

Allerdings sind Figuren nicht gerade leicht zu erfinden. Wenn sie schlecht sind, bleiben sie leer und klingen zwangsläufig hohl. Dann ist mit ihnen kaum etwas anzufangen. Wenn sie gut sind, machen sie sich innerhalb kürzester Zeit selbständig. Und das war es dann mit dem „Kern einer Geschichte” und seiner Vermittlung. Dann vermittelt sich mitunter etwas, von dem man selbst noch nie gehört hat.

Ein eigenartiges Geschehen, das ist wohl wahr. Gut so!

Zum Thema Werbung bleibt noch zu sagen: Man kann das Waschmittel auch einfach TOLL nennen, das stimmt. „Reinweichen mit TOLL”, würde Klementine dann sagen. Und über die verbesserte Version, gut ein Jahr später, hieße es dann: „SUPERTOLL wäscht porentief”. So geht es natürlich auch.

Aber nur in der Werbung. Beim Schreiben funktioniert das eher selten. Selbst eine Figurennamensgebung auf dem Niveau erweist sich in allzu vielen Fällen als untauglich, um nicht zu sagen total lächerlich. Außer bei Daniel Düsentrieb vielleicht.